Marken brauchen eine Video-Marketing-Strategie

Zwei Frauen schauen ein Erklärvideo

Video Marketing bedeutet für viele, den Firmenchef zu interviewen und das Video dann auf YouTube hochzuladen. Das ist ein denkbares Vorgehen. Allerdings entgehen Dir dabei viele Möglichkeiten, die Dir und Deinem Unternehmen zusätzliche Vorteile bringen. Wenn Du diese Möglichkeiten erkunden möchtest, dann erfahre hier wie es geht. So gelingt der Start!

Folge bei der Entwicklung Deiner Strategie diesen vier Schritten

Der Plan ist, dass Dein Video von möglichst vielen potentiellen Interessenten für Dein Produkt oder Deine Dienstleistung gesehen wird. Es ist wichtig, diese Absicht während des gesamten Prozesses von Planung, Produktion und Verbreitung im Blick zu behalten.

1. Was vor Produktionsbeginn geklärt sein sollte

2. Welches Video eignet sich für welches Ziel?

3. Über welche Plattformen soll es verbreitet werden?

4. Wie prüfe ich, ob ich mit dem Video meine Ziele erreiche?

1. Was vor Produktionsbeginn geklärt sein sollte

Vier Klärungen im Vorfeld der Produktion eines Marketing-Videos

Welches Ziel will ich mit dem Video erreichen?

Bei der Herstellung eines Videos reden viele mit: Unternehmensführung, GrafikerIn, Abteilungsleitung, Marketing. Ohne ein klares Ziel, das im ganzen Team vereinbart wurde, kann leicht ein Hin und Her aus Änderungen, Neuaufnahmen, Korrekturen entstehen, das unnötig Zeit verbraucht.

Darum sollte zunächst das Ziel des Videos eindeutig geklärt sein. Warum wird das Video gemacht? Soll eine Marke bekannter, mehr Veranstaltungstickets verkauft, ein neues Produkt eingeführen werden? Berücksichtige dabei die Eigenschaften der Zielgruppe. Wie alt sind sie? Wo leben sie? Was sind ihre Interessen? Wie konsumieren sie normalerweise Medien? In welcher Phase einer Kaufentscheidung befinden sie sich?

Wie soll das Ziel erreicht werden?

Um das Ziel zu erreichen, kann das Video den Betrachter zu einer Handlung animieren. Diese Aufforderung heißt Call-to-Action (CTA). Welche Aktion ist es bei Dir?

Soll der Betrachter am Schluss zu einer Bestellseite oder Kontakseite klicken? Wo findet er den Link? Auf einem Hotspot im Video, in der Beschreibung oder ist der Domain-Name einprägsam genug, dass der Betrachter ihn erinnert und selbstständig in einen Browser eingibt. Es ist wichtig sich auf ein Ziel und eine Aktion zu konzentrieren, damit der Zuschauer nicht verwirrt wird. Wenn Du mehrere Aktionen anbietest, weiß der Zuschauer hinterher nicht, was genau er tun soll.

Bis wann muss das Video im Netz sein?

Beginne mit einer Zeitleiste. Ein Video, an dem einige Monate gearbeitet werden kann, kann ganz anders gestaltet werden, als ein Video, das schon in wenigen Tagen fertig sein muss.

Wie viel darf es kosten?

Ein Video kann teuer sein, muss es aber nicht. Ein animiertes Video ist günstiger als ein Video für das Dreharbeiten erforderlich sind. Oder nimmst Du Dich selber mit USB-Kamera oder Smartphone auf? Recherchiere Preise und kläre, was Dein Budget zuläßt.

2. Welches Video eignet sich für welches Ziel?

Nach den grundlegenden Festlegungen, musst Du entscheiden, welche Art von Videos Du haben möchtest. Das wichtigste Kriterium ist dabei, mit welcher Art von Videos Du am besten das Ziel erreichst, das Du bestimmt hast.

Erklärvideo

Wenn Du ein Produkt oder eine Dienstleistung verkaufen willst, ist ein Erklärvideo eine kostengünstige Möglichkeit. Mit einem Erklärvideo kannst Du dem Publikum ein besseres Verständnis dafür zu vermitteln, warum es Dein Produkt oder Deine Dienstleistung benötigt.

Bei einem Erklärvideo geht es weniger um das Image Deines Produkts oder Unternehmens sondern um den konkreten Vorteil für einen Interessenten. Viele Erklärvideos konzentrieren sich auf eine fiktive Reise eines potentiellen Käufers, der mit einem Problem zu kämpfen hat. Die Person überwindet das Problem, indem sie Deine Geschäftslösung übernimmt oder kauft.

Diese animierten kleinen Geschichten eignen sich für komplexe Konzepte, abstrakte Dienstleistungen oder Produkte. Der Vorteil bei einem Erklärvideo ist, dass es ohne teure Dreharbeiten auskommt und so verhältnismäßig kostengünstig produziert werden kann.

Produktvideo

Willst Du ein Produkt verkaufen, das sich gut zeigen läßt, dann ist ein Produktvideo eine gute Idee.

Das gilt besonders dann, wenn Du etwas weiterentwickelt hast oder Du es hervorheben kannst, indem Du eine neue Technologie demonstrierst. Produktvideos zeigen, wie ein Produkt funktioniert - ob dies die Zuschauer auf eine Tour durch eine Software mitnimmt, oder ob Du in einer Folge 'Unpack...' Dein Produkt auspacken und testen lässt.

Werbefilm

Wenn es darum geht, die Bekanntheit einer Marke oder den Verkauf von Produkten zu steigern, bietet sich ein Werbespot an. Im Unterschied zum Erklärvideo geht es dann nicht mehr darum, das Produkt oder die Dienstleistung zu erklären, sondern darum, hervorzuheben, dass Dein Produkt gegen über den Wettbewerbern besser, cooler, moderner, schneller ist. Der Betrachter weiß also schon, was das Produkt leistet und braucht keine tiefschürfende Erklärung. Werbung für Autos oder Baumärkte fallen oft in diese Kategorie. Für solche Videos gibt es auf verschiedenen Kanälen viele Einsatzmöglichkeiten.

Augmented Reality (AR) -App

Dieser Stil ist eine Weiterentwicklung der Idee des Produktvideos geeignet für den Verkauf an Endkunden. Bei einer AR-App kann der Nutzer das Produkt virtuell selbst ausprobieren. Das Produkt wird in das Bild der Kamera des Nutzers eingefügt. Du kannst die Kamera Deines Telefons auf Dein Wohnzimmer richten und dann sehen, wie sich ein Sessel im Raum machen würde. Ein Beispiel ist die IKEA-Place-App.

360 Grad & Virtual-Reality-Videos

Für Grundstücke und Immobilien sind 360-Grad -Videos gut geeignet. Die Zuschauer 'scrollen', wie in Google-Street-View, herum, um Inhalte aus jedem Blickwinkel zu sehen. Bei diesem sphärischen Stil kannst Du die Zuschauern, einen Ort oder ein Ereignis erleben lassen, als wären sie vor Ort. Bei Virtual Reality (VR) können die Betrachter durch ein Drehen des Kopfes navigieren. Diese Videos würden dann über Geräte wie Oculus Rift, Samsung Gear oder Google Cardboard 3-dimensional angezeigt. Probier das kleine Beispiel vom Sonnenuntergang am Meer einmal aus!

Imagefilm

Geht es darum, Dein Unternehmen bekannter zu machen, die Zielgruppe anzulocke und zu faszinieren, ist ein Imagefilm oder Imagevideo sinnvoll. Imagefilme werden in der Regel im Rahmen einer größeren Werbekampagne oder für eine Messe als Messefilm erstellt. Sie zeigen die Vision, Mission oder Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens auf hoher Ebene.

Veranstaltungsvideo

Wenn Du zeigen willst, wie groß die Bedeutung Deines Unternehmens in der Branche ist, dann wäre ein Veranstaltungsvideo eine gute Wahl. Es vermittelt den Zuschauern, wie viele Leute bei der Veranstaltung dabei war, zeigt ein Who is Who. Die Veranstaltung können Branchenkonferenzen, Messen, Tagungen, Vorträge sein.

Veranstaltet Dein Unternehmen eine Konferenz, eine Diskussionsrunde, eine Spendenaktion oder etwas anderes? Produziere eine Highlight-Rolle oder veröffentliche interessante Interviews und Präsentationen von der Versammlung und lasse die Betrachter des Videos an der Begeisterung teilhaben, die Dein Unternehmen in der Branche erzeugt.

Wenn Du zu eigenen Veranstaltungen einlädst, macht nichts. Dann nimmst Du Deine Eindrücke auf von dem, was Du auf der Veranstaltung lernst, und gibst es über das Video an Deine Community weiter. Wenn Du Deine Sichtweise auf das, was auf der Veranstaltung geschieht, regelmäßig vertrittst, wächst Du in die Rolle eines Vordenkers hinein.

Tutorial oder Anleitungsvideo

Wenn Sie einen guten Service bieten, können Sie mit einem Tutorial oder Anleiguntsvideo punkten. Das kann auch ein zeitsparender Hack oder sonst etwas Neues sein, das anderen Menschen in Deinem Netzwerk hilft. Mit einem Tutorial profilierst Du Dich als sachkundig. Wenn Du ein Thema suchst, frage Dich, was sind die Probleme Deiner Käufer, und prüfe, ob Du ihnen per Video eine Lösung zeigen kannst. Ein Tutorial kann ein Anleitungsvideo zu Deiner Branche sein oder Deim Produkt oder Dienstleistung beschreiben. Mit einem solchen Lehrvideo bringst Du Deinem Publikum etwas Neues bei oder baust Basiswissen zu Deinem Unternehmen und Deinen Lösungen auf.

Wenn Du beispielsweise eine Software verkaufst, ist das Tutorial eventuell nur eine Bildschirmaufnahme von der Software, bei der wichtige Funktionen vorgeführt werden. Solche Videos können relativ unkompliziert ohne Kamera mit Screencapture-Software, wie etwa Tiny Take oder Cam Studio produziert werden. Diese Tutorials können dann auch von Verkaufs- und Serviceteams verwendet werden, um Kunden das Produkt vorzustellen.

Experteninterview

Wenn Du Vertrauen in Dein neues Produkt bei Deiner Zielgruppe schaffen möchtest, ist es sinnvoll Experten zu interviewen. Finde die Influencer in Deiner Branche. Wenn Sie Deine Sichtweise nicht ganz teilen, ist es nicht schlimm. Zeige Deinem Publikum gerade dann die Diskussion. So bleibt das Video nicht an der Oberfläche, sondern der Zuschauer taucht ein in die Thematik und erhält konkrete Erkenntnisse.

Kundenempfehlung & Fallstudie

Eine weitere Möglichkeit Kunden zu überzeugen, sind Fallstudien, denn Deine Kunden möchten wissen, wie Dein Produkt ihr spezifisches Problem lösen könnte. Einegute Möglichkeite, dies zu zeigen, sind Fallstudien mit zufriedenen Kunden. Sie sind Deine besten Anwälte. Lass sie vor der Kamera ihre Herausforderungen beschreiben und wie Dein Unternehmen oder Produkt ihnen geholfen hat.

3. Über welche Plattformen soll das Video verbreitet werden?

Du hast nun die Basifragen geklärt, Dir einen Videotyp ausgewählt, der zu Deinem Marketing-Ziel passt. Kurzum Dein Video wäre fertig zur Produktion. Aber halt, Du solltest Dir im Vorfeld überlegen, auf welchem Portal, Du es veröffentlichen willst. Dazu musst Du zunächst Deine Zielgruppe festlegen.

Es können diejenigen sein, die Dein Produkt bereits kaufen, oder willst Du mit dem Video neue Kunden gewinnen? Die verschiedenen Portale, auf denen Du das Video veröffentlichen kannst, haben unterschiedliche Nutzer. Zur Veröffentlichung wählst Du am geschicktesten die Portale aus, auf denen Du Deine Zielgruppe am besten erreichst.

YouTube

1,9 Milliarden Nutzer in 75 Ländern, 400 Stunden Video-Uploads pro Minute: Das ist YouTube. Die Plattform ist nach Google die größte Suchmaschine. (Quelle: brandwatch.com vom 03.03.2020) Jeden Tag werden über 1 Milliarde Stunden an YouTube Videos angesehen, mehr als auf Netflix und Facebook zusammen. 70% der YouTube Views stammt von mobilen Geräten. In Deutschland sind es 40 Millionen, die jeden Monat auf YouTube nach Videos suchen. Viele Themen sind gefragt: von Fashion-Tipps über Gadget-Vorstellungen bis hin zu News aus der Games-Welt. Nutzer wollen sich unterhalten oder weiterbilden. Sie suchen nach Ratgeber-Videos, Produkt-Clips oder Fachinterviews. Das Hochladen ist kostenlos. Klingt nach einer Social-Media-Goldmine, oder? Na ja, wenn Dein Video passend konzipiert ist.

Nutzerverhalten YouTube

Auf YouTube finden sich mehrere Milliarden Videos zu jeglichen Themengebieten. Guter Content allein reicht jedoch nicht aus, um in den Suchergebnissen vorne zu landen, denn die Clips werden sortiert nach Relevanz, d.h. wie gut das Video zur gestellten Suchanfrage passt. Wenn Du also ein Video bei YouTube einstellen willst, solltest Du vor der Produktion ein Thema wählen, nach dem Nutzer suchen. Nur wie findes Du das heraus? Nach welchen Inhalten suchen Nutzer bei YouTube überhaupt?

Anhalstpunkte geben die Keywords, die man in Goggle Ads:

  • alle Kampagnen
  • Keyword
  • Displaynetzwerk-/Video-Keywords

findet. Dort tauchen erstaunliche Keywords auf, beispielsweise: 'Designermöbel Selbermachen' oder 'Rezept Schwarzwälder Kirschtorte'. Für welches Ziel auch immer, hier findest Du sicher Anregungen, den Inhalt des Videos so anzupassen, dass er auf möglichst viele Suchanfragen von Nutzern passt.

Ausser dem Inhalt sind bei YouTube auch Titel, Beschreibung und Tags wichtig. Anhand dieser Angaben entscheidet der YouTube-Algorithmus, bei welchen Suchanfragen Dein Video als Ergebnis angezeigt wird. Der Titel eines YouTube-Videos verhält sich wie der Titel einer Website. Im Titel sollte kurz und präzise vorkommen, was den User im Video erwartet. Natürlich muss im Titel das Hauptsuchwort enthalten sein, und er sollte zum Vorschaubild passen. Da YouTube nur schwer den Inhalt aus dem Video selbst erkennen kann, verwendet YouTube die Beschreibung. Die Beschreibung sollte eine kurze Zusammenfassung des Inhalts sein. Darin kannst Du weitere Keywords einbauen. Am wichtigsten sind die ersten 3-4 Zeilen, da sie unter dem Video sichtbar sind. Am Ende der Beschreibung kannst Du die ist eigene Web- oder E-Mail-Adresse sowie die Call-to-Action eintragen.

Ausser dem großen Publikum bietet YouTube Funktionen, die sich gut eigenen, eine Marke bekannt zu machen. Du kannst einen eigenen Kanal einrichten und nach und nach weitere gesuchte Inhalte hinzufügen. Auf diese Weise bekommst Du Abonnennten für Deinen Kanal. Im Kanal selbst kannst Du die Videos in Wiedergabelisten organisieren, sodass Dein Publikum sie leicht nach speziellen Inhalten durchforsten kann. Zuschauer können die Videos liken und kommentieren. So kannst Du mit Deinem Publikum kommunizieren. Nutzer, die Deinem Kanal folgen, sehen sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch die anderen Videos an, die Du hochlädst. Wenn Du auf Deiner Webseite wichtige Zusatzinformationen plazierst, bekommst Du zusätzliche Klicks auf Deiner Webseite.

Bei all den Vorteilen, hat YouTube auch mehrere Nachteile: Display-Anzeigen anderer Werbetreibender können Nutzer ablenken. Du solltest auf jeden Fall die Monetarisierung-Funktion ausschalten, damit keine Werbung vor Deinem Video erscheint. Ausserdem kann YouTube manchen Zuschauer süchtig machen... Viele Nutzer auf der Plattform schauen sich ein Video nach dem andern an… oder 20 Videos nacheinander. Diese Nutzer wirst Du kaum auf Deine Webseite lenken können.

Trotz dieser kleinen Einschränkung ist YouTube sehr geeignet, um Videos zu hosten und die Anzahl Deiner Interessenten zu vergrößern.

Hompage

Die Einbettung des Videos auf der eigenen Hompage direkt auf dem Server oder über den YouTube-Einbettungscode ist natürlich stets eine gute und sinnvolle Möglichkeit. Dabei finden neue Interessenten Deine Webseite und damit auch Dein Video nach einer Suche in der Regel bei Google. Allerdings bringt Dir das Video durch die Einbettung direkt keine zusätzlichen Besucher. Die Betrachter des Videos sind ja schon auf Deiner Seite angelangt.

Du gewinnst jedoch weitere Besucher auf indirektem Weg.Wenn das Video unterhaltsam ist oder kompakt wichtige Informationen vermittelt, dann bleiben Deine Besucher vielleicht ein paar Minuten länger auf Deiner Seite. Dadurch erhöht sich die Verweildauer (On-Page-Zeit) und Dein Ranking steigt. Durch ein höheres Ranking wiederum kommen mehr Nutzer auf Deine Webseite.

Als Hoster für das Video bieten sich neben YouTube und Deinem eigenen Provider auch ander Plattformen an. Hier die bekanntesten Alternativen:

Vimeo

Die Anzahl der Nutzer von Vimeo ist deutlich kleiner (715 Millionen monatliche Aufrufe) als das von YouTube, aber es gibt Vorteile, weswegen die Plattform bei Content-Erstellern und Zuschauern trotzdem beliebt ist.

Im Unterschied zu YouTube werden bei Vimeo wenig Anzeigen und Werbespots ausgespielt, die Deine Zuschauer stören können. Die Benutzeroverfläche ist einfachere, übersichtlicher, was die Navigation auf der Plattform erleichtert, und schließlich sind Videos bei Vimeo oft hochwertiger als bei YouTube, und das Publikum ist wahrscheinlich professioneller.

Vimeo bietet verschiedene Kontooptionen, um für Unternehmen attraktiv zu sein. Die sogenannten Premium-Konten bieten zusätzlichen Speicherplatz, erweiterte Analysefunktionen, Kundenunterstützung, Anpassung der Player, Zugriff auf Tools zur Lead-Generierung und vieles mehr. Neben Premium-Konten arbeitet Vimeo auch mit Unternehmen zusammen, um qualitativ hochwertige Marketinginhalte zu erstellen.

Wenn Du qualitativ hochwertige, künstlerische Inhalte präsentieren möchtest, ist kann Vimeo die für Dich geeignete Plattform sein. Das engagierte Publikum und die schöne Ästhetik machen es zu einem großartigen Ort, um kreative Videos zu hosten. Wenn Du Dich jedoch auf Quantität statt Qualität konzentrierst und eine hohe Reichweite für Dein Video anstrebst, sollten Du andere Plattformen ausprobieren.

Vidyard

Vidyard ist eine Video-Hosting-Plattform, die speziell für Unternehmen entwickelt wurde. Sie bietet Dir nicht nur erweiterte Option zum Speichern und Verwalten der Videos, sondern von hier aus kannst Du Dein Seeding auch auf Facebook und Instagram zentral steuern.

Das Portal ermöglicht Einsicht in das Verhalten der Betrachter. Von hier aus kannst Du herausfinden, welche Inhalte Dein Publikum mag und wie es Deine Videos ansieht. Die Auswertungen können direkt in Deine Marketing-Auswertung oder in Dein CRM übertragen werden. Das geht soweit, dass Du benachrichtigt werden kannst, wenn ein bestimmter Interessent eines Deiner Videos angesehen hat.

Facebook & Instagram

32 Millionen Menschen sind in Deutschland pro Monat auf Facebook aktiv. 28 Millionen davon auf mobilen Endgeräte. 24 Millionen Deutsche nutzen täglich Facebook. 22 Millionen Menschen in Deutschland nutzen Facebook täglich mobil. (Quelle heise-regioconcept.de, Jul 24, 2019)

Nutzer social media

Das Besondere bei Facebook ist, dass hier nicht wie bei Youtube Nutzer Suchbegriffe eingeben, sondern dass den Nutzern Videos automatisch angezeigt werden. Facebook wählt die Videos aus, auf der Grundlage der Sehgewohnheiten des Nutzers in der Vergangenheit. Da Nutzer gern heitere unbeschwerte Videos sehen, ist es keine große Überraschung, dass auf Facebook gerade solche Videos erfolgreich zur Markenbekanntheit beitragen.

Wenn Du in der morgendlichen Rush-Hour in Deinen Bus oder Zug steigst, wie viele Mitfahrer scrollen auf ihren Smartphones herum? So ziemlich jeder - aber nicht jeder trägt Kopfhörer. Darum ist es wichtig, dass Dein Video sowohl mit als auch ohne Ton funktioniert.

Das Auto-Play ohne Ton funktioniert so gut, weil immer mehr Leute in sozialen Medien scrollen und dabei Videos auf Smartphones anschauen. Die Nutzer schauen gern schnelle Rezepte oder Anleitungen mit unmittelbar verständlichen Bildern und Text, der beschreibt, was passiert.

Eine wichtige Regel bei der Herstellung solcher Videos für Soziale Medien ist: Sofort Aufmerksamkeit erregen und halten. Lass Dein Video mit Bewegungen beginnen, um die Aufmerksamkeit des Zuschauers zu wecken, während dieser durch den Feed blättert. Dann Text oder Beschriftungen einfügen, damit Zuschauer mit oder ohne Ton folgen können. Videos mit sprechenden Personen, eignen sich besser für Landingpages oder für Deine Website.

Probier es aus. Mach ein Video, das für Dein Publikum relevant ist, teile es auf Facebook und sieh, wie oft es gesehen wird!

Twitter

Bewirb einen neuen Blog-Beitrag, nimm Kontakt zu Deinem Publikum auf oder führe die Zuschaue zu Deiner Landing-Page mit einem Video bei Twitter. Wenn Du einen Blog-Beitrag oder einen Inhalt auf Twitter plazierst, halte Dein Video immer kurz und bündig. Kürze ist ein zentraler Faktor in diesem Kanal.

Kurze Clips, die leicht zu konsumieren sind, erzielen in der Regel die beste Leistung. Versuche, Dein Video an den oben an Dein Profils zu heften, damit es stärker beachtet wird. Wenn Du etwas experimenteller mit Deinem Video auf Twitter umgehen willst, kannst Du versuchen, kurze Videos für einzelne Nutzer zu machen, um mit ihnen Kontakt aufzunehmen. Diese sehr persönlichen Eins-zu-Eins-Antwortvideos sind eine gute Möglichkeit, Deine Marke menschlicher zu machen persönliche Verbindungen zu engagierten Followern aufzubauen.

LinkedIn

LinkedIn war lange Zeit nicht für Videos geeignet. Das hat sich geändert. Benutzer können jetzt Videos hochladen und Firmen können mit den von ihnen freigegebenen Inhalten noch kreativer werden.

Lohnt es sich, für das Anzeigen des Videos zu zahlen?

Google Ads bietet an, Videos zu verbreiten. Bei Youtube können Videos vor ein anderes geschaltet werden und auch die übrigen Sozialen Medien bieten entsprechende Möglichkeiten an. Gemeinsam ist allen diesen Möglichkeiten, dass Du dabei für die Verbreitung Deines Videos, bzw. wenn darauf geklickt wird, zahlst. Es stellt sich die Frage, ist es sinnvoll, dafür zu bezahlen, dass deine Videos vor Beginn anderer Videos oder auf anderen Webseiten gezeigt werden?

Wenn Du für die Anzeige Deines Videos auf YouTube bezahlst, kannst Du schnell einen Schwung an Besuchern Deiner Webseite bekommen. Wenn Deine Videos auf diesem Weg sehr viele Leads oder Verkäufe erzielst, erscheint dieser Weg sinnvoll. Allerdings sind höchstens die Nutzer, die sich aus Langeweile die Zeit auf Youtube vertreiben, geneigt, auch Werbevideos zu schauen. Die anderen werden die Werbung bei der ersten Gelegenheit wegklicken. Für geschaltete Werbevideos erscheinen anderen Social Media besser geeignet.

Was YouTube angeht, ist es in aller Regel geschickter, Zeit und Energie in einen eigenen Kanal zu investieren. Über den eigenen Kanal gewinnst Du Zuschauer, die sich tatsächlich für Dein Produkt oder Deine Firma interssieren. So baust Du die Bekanntheit Deines Produkts und das Vertrauen in Deine Marke besser auf. Aber natürlich dauert es auf diesem Weg länger, Ergebnisse zu erzielen.

4. Wie wird der Erfolg des Videos gemessen?

An diesem Punkt weißt Du, welches Video Du erstellen willst und wo Du es hostest. Bereit loszulegen? Nicht ganz... Bevor Du beginnst, solltest Du Dir klar machen, wie Du den Erfolg Deines Videos bestimmen willst. Zu Beginn hast Du das primäres Ziel festgelegt, das Du mit dem Video erreichen willst. Dieses Ziel könnte sein, die Bekanntheit, das Engagement oder die Conversions der Marke für eine kostenlose Testversion zu erhöhen. Der Erfolg bemisst sich nun daran, inwieweit das Video dazu beiträgt, das Ziel zu erreichen. Auf den Portalen, bzw. über den Google Analytics Tag Manager, kannst Du auf zahlreiche Messdaten zugreifen, die Du für die Erfolgskontrolle heranziehen kannst:

Anzahl der Aufrufe

Die Anzahl der Aufrufe gibt an, wie oft Dein Video angesehen wurde. Dieser Wert wird auch Reichweite genannt. Die Anzahl der Aufrufe eignet sich, wenn Du die Bekanntheit Deiner Marke oder Deines Produkts erhöhen willst, wenn es schlicht darum geht, dass Dein Inhalt von möglichst vielen gesehen wird, ohne dass sie hinterher eine Aktion ausführen sollen. Bei diesem Messwert musst Du jedoch bedenken, dass ein Aufruf bei jeder Video-Hosting-Plattform etwas anderes bedeutet. YouTube beispielsweise wertet einen Klick auf das Video erst nach 30 Sekunden als Aufruf, während bei Facebook einen Click nach 3 Sekunden als Aufruf wertet. Lies Sie unbedingt die Spezifikationen der Plattform, bevor Du die Anzahlen auf verschiedenen Plattformen vergleichst. Wenn Du ein Video veröffentlichst, ist es naheliegend, erstmal auf die Anzahl der Aufrufe zu schauen. Dieser Wert kann eine wichtige Größe sein. Sie ist aber nicht die einzige. Es gibt viele weitere, die für Deine Marketing-Kampagne möglicherweise weit relevanter sind.

Wiedergaberate bzw. Klickrate der Impressionen

Die Wiedergaberate ist der Prozentsatz der Personen, die Dein Video abgespielt haben, geteilt durch die Anzahl der erhaltenen Impressionen. An der Höhe erkennst Du, wie relevant Dein Video für Suchende ist. Wenn Tausende Dein Video in den YouTube-Suchergebnissen sehen, aber kaum einer es abspielt, solltest Du den Inhalt verbessern.

Social Sharing und Kommentare

Das Teilen und Kommentieren kennst Du sicherlich als Nutzer aus den sozialen Medien. Hinsichtlich der Erfolgsmessung sind Social Shares und Kommentare ein guter Indikatoren dafür, wie nützlich Deine Inhalte für Deine Zielgruppe sind. Wenn sich ein Zuschauer das Video ansieht und sich dann die Zeit nimmt, es mit seinem Netzwerk zu teilen, Bingo. Du hast wahrscheinlich einen guten Inhalt erstellt. Auch Social Shares sind wichtig, denn je öfter ein Video geteilt wird, desto mehr wird es angezeigt. Wenn Du viele Menschen mit Deinem Video erreichen möchtest, ist die Anzahl von Social Shares eine gute Messgröße.

Zuschauerbindung

Wenn Du ein Video hergestellt hast, möchtest Du wahrscheinlich, dass die Leute das Ganze sehen, oder? Die Anzahl der Zuschauer, die das Video bis zum Ende angeschaut haben, kann aussagekräftiger sein, als die Anzahl der Aufrufe.

Abschlussrate

Die Abschlussrate ist die Anzahl der Personen, die das Video bis zum Schluss gesehen haben, geteilt durch die Anzahl der Personen, die es angeklickt haben. Die Abschlussrate zeigt, die Zuschauer auf Dein Video reagieren. Haben Sie eine niedrige Abschlussquote? Steigen alle an einem bestimmten Punkt aus? Dies kann ein Hinweis darauf sein, dass der Inhalt nicht bei Deiner Zielgruppe ankommt. Wenn der Wert niedrig ist, kann es sein, dass Dein Video vielleicht etwas langatmig rüberkommt.

Klickrate

Die Klickrate (Click-through-Rate - CTR) gibt an, wie oft auf Deine Handlungsaufforderung (Call-to-Action, CTA) geklickt wird, geteilt durch die Häufigkeit, mit der sie angezeigt wird. Die Klickrate ist ein guter Indikator dafür, wie effektiv das Video Menschen animiert, die gewünschte Aktion auszuführen. Wenn die Abschlussrate hoch, die Klickrate aber niedrig ist, solltest Du Dein CTA überarbeiten.

Conversion-Rate

Die Conversion-Rate gibt an, wie oft Besucher Ihre gewünschte Aktion ausgeführt haben, geteilt durch die Anzahl der Klicks auf Ihren CTA. Wenn die Aktion ist, sich für eine kostenlose Testversion anzumelden, und Du nun Deiner Landing-Page ein Video hinzufügst, kannst Du etwa über den Google-Tag-Manager messen, ob sich die Conversion-Rate erhöht.

Absprungrate und Verweildauer

Wenn Du Deiner einer Webseite ein Video hinzufügst, achte darauf, wie sich die Absprungrate und Verweildauer entwickeln.

Das kontinuierliche Messen der Leistung auf jeder Social Media-Plattform liefert wertvolle Informationen. Es ist es sinnvoll, die Entwicklung der Messwerte weiterhin im Auge zu behalten, um die 'Lebensdauer' Deines Videos zu bestimmen. Manchmal müssen Videos alle paar Wochen oder Monate aktualisiert werden, um für ein Publikum relevant zu bleiben.

Auf die Plätze fertig.... Kamera ab!

Ich vermute, Du fühlst Dich gerade ein wenig überfordert. Mach dir keine Sorgen, Du bist nicht allein. Alles scheint mit allem zusammenzuhängen, und diese Komplexität kann entmutigend wirken. Aber tröste Dich: mit etwas Übung und Geduld kannst hochwertige Inhalte erstellen, die Deine Firma und Deine Produkte voranbringen.

Immer mehr Verbraucher schauen immer mehr Videos und zum Glück war es nie einfacher, großartige Inhalte zu erstellen und zu veröffentlichen. Versuche zum Einstieg, einen geschriebenen Blog in ein Video umzuwandeln, oder führe in die Bedienung Deines Produkts ein. Ein Video, in dem auf eine neue, interessante Art und Weise Informationen präsentiert werden, wird Dein Publikum sicherlich interessieren. Entwerfe Deine Video-Marketing-Strategie und starte mit einem neuen Projekt. Nutze die gute Gelegenheit, mit Video als wichtigen Bestandteil Deiner Marketingstrategie zu starten!

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Autor: Niko Remy
Autor
Angefangen habe ich als Journalist für Wissensmagazine. Das Verbreitungsmedium für die Beiträge war das Fernsehen. Jedoch haben mich immer mehr die Möglichkeiten fasziniert, die das Internet bietet: Einerseits kann hier jeder, der möchte, seine eigenen "Sendungen" produzieren und sofort weltweit veröffentlichen, andererseits haben die Zuschauer die Freiheit, genau die Beiträge auszuwählen, die ihnen gefallen. Ab 2013 habe ich daraufhin die screenpulse Videoproduktion gegründet, die sich auf Imagefilme, Produktfilme und Erklärvideos für das Web spezialisiert hat.

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Kommentare

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Sebald

Endlich mal einzelne Arbeitsschritte. Was ist mit Live-Videos bei Fb?

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